Kunststückchen · Poesie

Sommer schnee sehnsucht

Nach soundsovielen Tagen, Wochen, Monaten , Jahren, Äonen ohne Poesie braucht die Autorin allernötigst wieder eine Art Gedicht, welches völlig unpassend zur aktuellen Jahreszeit von Kälte handelt.

Aber was wäre die Poesie, wenn sie sich nicht auch mal unbedarft ihren anachronistischen Mantel überwerfen würde; sie kann ja nicht immer nur ihre Metaphernhosen und den Pleonasmushut tragen.

 

 

schneewehen

 

so sprach ich mit worten
die nicht die meinen waren
über die sehnsucht nach orten
im tiefen fernen norden
wo felsen sturm gebaren

 

dort, nordwärts, alleine
meint ich ein glück zu finden
wo trollbewohnte steine
und schneeverfilzte haine
wunden im kopf verbinden

 

ich erzählte von schleiern aus eis
welche tränen wegstreichen
von endlich trocknendem schweiß
mildem endlosem weiß
von föhren statt eichen

 

dann zog ich den pelz aus
aus eisbärenfell
die nacht wurde hell
zum kerker das haus.

 

 

 

kirschbluetenschnee

 

Dafür wirken sterbende Kirschblüten wie fallender Schnee, nur dass sie nicht zart schmelzen sondern langwierig welken.

Und da ich offensichtlich auch mit hellem Gemüt morbide sein kann, gab es eine Phase, in der ich vergnügt mit Kreide die Verwelkungsstadien verschiedener Blumen festhielt. Hier oben zu sehen das vom Sturm abgerissene Blütenbüschel einer japanischen Zierkirsche.

 

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2 Kommentare zu „Sommer schnee sehnsucht

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